Ich steige auf mich

Jeden Tag entsteht ein Berg in mir.

Auch wenn ich daran denke, einen Berg zu besteigen,

entsteht sofort ein neuer Berg in mir.

Ich bin voller solcher Berge.

So gibt es sehr wenig Raum in mir.

Ich steige auf einen Berg, um mich, der ich eng geworden bin,

zu verlassen.

Ich steige auf mich.

Ich steige auf mich, der ich noch hoch und steil bin,

indem ich die Wegweiser finde, die hier und da stehen,

von meinen Knochen am Fuß, der wie ein Pfirsich aussieht,

über die Wade zu meiner Kniescheibe.

Von der Kniescheibe über die innere Seite meines

Oberschenkels

zu meiner Hüfte.

Und von da an über mein Rückgrat

bis zu meiner Seele.

Als ich auf mich gestiegen und völlig erschöpft war,

wurden die Berge in mir kleiner, einer nach dem anderen,

und zerfielen.

Nun kann ich die Gedanken an das Aufsteigen ablegen.

Ich kann ganz leer werden.

— Choi Young Kyu —

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Ein Gedanke zu „Ich steige auf mich“

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